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DAMIT WIR DAS LEBEN HABEN
Der Pelikandarstellung am Bronze-Portal des Kölner Doms liegt eine alte afrikanische Sage zugrunde:
Ein Land wurde von einer großen Hungersnot befallen. Menschen und Tiere litten Not. Sie wußten nicht, wie sie ihr Leben erhalten sollten. In diesem Land lebte auch ein Pelikan, der sich nicht so sehr um sein Leben als vielmehr um das Leben seiner Jungen sorgte. Sie forderten Tag für Tag ihre Nahrung. Der Pelikan wußte keinen Ausweg mehr. In seiner großen Not bohrte er sich mit dem Schnabel ein Loch in die Brust und gab sein Blut den Jungen zum trinken. Als die Hungersnot vorüber war, konnten die Jungen gekräftigt ins Leben hinausfliegen. Der alte Pelikan aber starb. Er hatte sein Blut, sein Leben verschenkt an seine Jungen...
Eine wunderbare Sage, die viel Nachdenkenswertes aussagt! Der Pelikan ist ein anderes Bild für Christus. Wie der Pelikan für seine Jungen in den Tod gegangen ist, so ist Christus für uns gestorben. Er, der Hohepriester, hat für uns den letzten Tropfen Blut geopfert, damit wir das Leben haben. Die Tod Christi ist nicht etwas Absurdes, etwas Sinnloses. In der Hingabe seines Lebens hat Christus neues Leben gestiftet. Das Kreuz, an dem Christus aus Liebe zu uns starb, läßt sich in seiner Wirkkraft mit dem Weizenkorn vergleichen, das in der Erde gesenkt wird und seine hundertfältige Frucht bringt. Nach dem neuen Testament ist das Kreuz und das Kreuztragen der Ernstfall christlicher Existenz. Darum bekennen wir in jeder Eucharistiefeier:
„Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“
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